Erzeuger Franziska Rutscher

Unser Dorf soll ökologisch werden

Das Ökodorf Brodowin hat viele Gesichter. Genau genommen 440. Franziska Rutscher ist eines davon. Was sie und die anderen Einwohner aus dem Örtchen im Nordosten Brandenburgs auf die Beine gestellt haben, ist ziemlich einmalig. „Nach der Wiedervereinigung setzten sich die Bürger das Ziel, die Brodowiner Natur durch ökologische Landwirtschaft zu schützen“, erzählt sie. Aus der ehemaligen LPG wurde das Ökodorf Brodowin, das bis heute nach strengen Demeter-Richtlinien produziert. Aber auch um die Menschen ging es: „Neben dem Naturschutz lautete eines der primären Ziele in Brodowin Vollbeschäftigung“, ergänzt Christian Boldt, der im Ökodorf den Vertrieb leitet. Die hat man schon lange erreicht. Und die wachsende Nachfrage nach regionalen Produkten sichert die Zukunft, weil sie eine langfristige Planung ermöglicht.

Impressionen

Mehr als 100 Mitarbeiter

Im Ökodorf sind ca. 110 Mitarbeiter fest angestellt. Sie verarbeiten die Milch der je etwa 250 Kühe und Ziegen, bestellen die Äcker und kümmern sich um die mehr als 1.500 Hühner und Bruderhähne – im Ökodorf Brodowin dürfen selbstverständlich auch die männlichen Küken heranwachsen. „Wir arbeiten auch mit mehr als 15 Betrieben in der direkten Umgebung zusammen. Die verarbeiten zum Beispiel unsere Wurst und das Getreide“, sagt Vertriebsleiter Boldt. So stärke das Ökodorf auch die umliegende Wirtschaft.


Die Natur schützen

Zum Ökodorf selbst gehören zwölf Quadratkilometer Ackerflächen, Weideland und Wald. Für den Gemüseanbau stehen weitere 30 Hektar zur Verfügung. „Wie es sich für einen Demeter-Betrieb gehört, wird Naturschutz in Brodowin auch abseits der Lebensmittelproduktion sehr ernst genommen“, erklärt Franziska Rutscher. So finden Feldhasen und Vögel in neu gepflanzten, kilometerlangen Hecken einen ruhigen Unterschlupf. Auf den Getreidefeldern wachsen Ackerwildkräuter. Und in einem weiteren Projekt erhielten Mopsfledermäuse ein eigenes Quartier.